Flüssiges Fanal des Untergangs

Ich bin nicht abergläubisch, aber Gutes Gefühl hatte ich keines, als mein erster Automatenkaffee im Jahr 2012 von der surrenden klackenden Maschine zwar mit einer netten Floskel am einzeiligen Display aber in einem leckenden Plastikbecher serviert wurde.

Dunkle Vorahnung Dunkle Vorahnung


Zusammen mit all dem Gerede von der Zeitenwende und den offensichtlichen Verwerfungen der herrschenden kannibalischen Weltordnung (frei nach Sean Ziegler), und dem grummelnden Gefühl im Bauch, demnach es so nicht weitergehen könne, wage ich das als eine beunruhigende schwarze Metapher zu deuten. Wenn man sich weiters ein bisschen in diesen wohltuenden Pessimismus versinken lässt, könnte man auch die Rolle der Maschine als Kaffe kredenzende Wahrsagerin durchaus als verheißungsvoll empfinden: sind wir doch selbst alle längst zu Maschinen in einer riesigen globalen Fabrik verkommen, im besten Fall noch biologische Plugins an elektronischen Geräten – wie ich gerade in diesem Moment.

Trotzdem wünsche ich euch allen ein schönes Jahr 2012 etc.